Kindergarten

Charlotte Bickel, 27.02.2017

Der Kindergarten ergänzt die Erziehung in der Familie. Er fördert die Kinder in ihrer kreativen, seelisch-geistigen und körperlichen Entfaltung sowie in ihrer Gemeinschaftsfähigkeit. Er nimmt dabei Rücksicht auf die individuelle Verschiedenheit der Kinder. Der Kindergarten hat ferner die Aufgabe, die Kinder zur Schulfähigkeit hinzuführen und die Grundlage für sinnvolles Lernen in der Primarschule zu schaffen.

Die Einschulung erfolgt mit dem vollendeten 4. Altersjahr in den obligatorischen zweijährigen Kindergarten. Der Kindergarten ist die erste Stufe der Volksschule und ist Teil des 1. Zyklus des Lehrplans Volksschulen Basel-Lanschaft.

Unterricht im Kindergarten

Charlotte Bickel, 06.02.2012

Bildung im Kindergarten ist ganzheitliche Bildung. Sie wird erreicht, indem die Lernangebote so ausgewählt und gestaltet sind, dass alle Persönlichkeitsbereiche des Kindes (Sozialkompetenz, Selbstkompetenz und Sachkompetenz) ausgewogen gefördert und gefestigt werden.

Die wichtigste Tätigkeit im Kindergarten ist das Spiel. Die Kinder lernen, wenn sie spielen; sie spielen beim Lernen. Spielen und Lernen sind für sie untrennbar miteinander verknüpft. Der Unterricht mit seinen Spiel- und Lernformen und seiner bewussten Gestaltung der Spiel- und Lernumgebung bietet dazu die Voraussetzungen.

Details

Sozialkompetenz
Die Entwicklung der Sozialkompetenz wird gefördert im Zusammenleben in einer grösseren Gruppe. Im Mittelpunkt steht dabei die Entwicklung sozialer Fähigkeiten wie: Kontakt aufnehmen, sich mitteilen, zuhören, sich einfühlen, Rücksicht nehmen, zusammen spielen und arbeiten, Regeln einhalten und Konflikte lösen.

Selbstkompetenz
Im Kindergarten werden die Fähigkeiten gefördert, sich selbst und die Umwelt wahrzunehmen, sich auszudrücken und sich mitzuteilen. Die Kinder erzählen, hören Geschichten, lernen neue Begriffe. Sie üben genau hinhören, aufmerksam beobachten und ihre Wahrnehmungen in Worte fassen. Dabei werden immer auch die Gefühle angesprochen. Empfindungen werden mit Sprache aber auch mit gestalterischen Mitteln ausgedrückt. Die Kinder erweitern und verfeinern ihre motorischen Fähigkeiten. Im Kindergarten handeln die Kinder zunehmend selbstständiger und erweitern ihr Selbstvertrauen. Sie lernen mit Erfolg und Misserfolg umgehen und Konzentration und Ausdauer festigen.

Sachkompetenz
Im Kindergarten erweitern und vertiefen die Kinder ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten im Umgang mit der Umwelt. Beispiele: Sie experimentieren mit verschiedenen Materialien. Sie lernen Werkzeuge, Geräte und Musikinstrumente kennen und handhaben. Sie erweitern ihre Erfahrungen mit Tieren und Pflanzen. Sie verarbeiten Erfahrungen mit den Medien und üben die Orientierung in der näheren Umgebung und im Strassenverkehr. Sie lernen Beziehungen und Gesetzmässigkeiten erkennen und darstellen. Sie schulen ihr Gedächtnis.

Orientierung an den Voraussetzungen der Kinder
Kindergartenklassen sind heterogene Gruppen. Die Kinder treten mit unterschiedlichen individuellen Erfahrungen und mit verschiedenen Fähigkeiten und Fertigkeiten in den Kindergarten ein. Die Lehrperson erfasst den Entwicklungsstand der Kinder durch Beobachten und durch Gespräche mit den Erziehungsberechtigten. Sie erkennt Stärken und Schwächen, Begabungen, Interessen und Bedürfnisse.
Diese Erkenntnisse bilden, zusammen mit den Vorgaben des Stufenlehrplans, die Grundlagen für den Unterricht.

Unterrichtssprache
Im Kindergarten werden sowohl die mundartliche Sprachkompetenz wie auch die Bereitschaft, die deutsche Standardsprache zu erlernen, gefördert. Es finden täglich längere Unterrichtssequenzen in der deutschen Standardsprache statt. Die Lehrperson schafft Unterrichtssituationen, in denen die Kinder Versuche mit dem aktiven Gebrauch der deutschen Standardsprache machen können.